Man sagt, Costa Rica ist ein Entwicklungsland, ein dritte Welt Land.
Eigentlich weiß niemand so genau, was das eigentlich bedeutet, aber wenn irgendwelche schlauen Leute das so festgestellt haben, dann wird das wohl auch seine Richtigkeit haben.
Als ich in Costa Rica angekommen bin und die vergitterten, oft ärmlich aussehenden Häuser gesehen habe, konnte ich der Zuteilung in die 'dritte Welt' sofort zustimmen.
Jedoch als ich unser Haus betrat, sah das schon ganz anders aus. Unser Haus mag klein sein und von außen etwas schäbig aussehen, aber eingeräumt ist es schön und stilvoll mit allem was in einem normalen Haushalt benötigt wird.
Wenn man sich in den Malls umschaut, kann man Costa Rica auf keinen Fall als ein armes Land einstufen. Viele Einkaufszentren in Deutschland werden von denen hier sofort in den Schatten gestellt.
In der Innenstadt von San Jose im Mercado Central und auch in vielen Straßen bekommt man dann allerdings wieder ein ganz anderes Bild zu Gesicht. Neben Haustieren werden Kaffee und selbstgemachte Umhängetaschen verkauft. Alles durcheinander und von jedem etwas, was man im Leben irgendwie mal gebrauchen könnte. Ich habe nie gefragt, aber die meisten sind sicherlich nicht legal am arbeiten.
Wenn ich gerade schon beim Thema Dinge verkaufen bin. Preislich ist zwischen Europa und diesem kleinen lateinamerikanischen Land kaum ein Unterschied auszumachen.
Auch die Ausstattung an elektrischen Geräten und Autos ist in der Mehrzahl der Fälle ähnlich (außer dass es in Deutschland viel mehr deutsche Autos gibt).
In der Mehrzahl der Fälle heißt aber auch, dass es so einige gibt, die aus diesem Punkt herausfallen.
Die Trennung zwischen Gesellschaftsschichten funktioniert meist nach Gebieten. Bei mir gibt es so einige Straßen wo man einfach nicht hingeht, wenn man den Tag überstehen will, ohne in ernstzunehmende Gefahr zu geraten. Andere Wohnorte sind nahezu abgeriegelte Stadtviertel, wo die Gesetze mehr von den vorherrschenden Banden, als von der Regierung bestimmt werden. Viele Taxen fahren diese Gebiete gar nicht erst an und auch die Polizei macht einen Bogen um solche Viertel, damit sie nicht in irgendetwas hineingeraten.
Dann gibt andere Abgeriegelte Wohnorte mit riesigen top modernen Häusern in mediteranem Stil und ausgestattet mit Dingen, die ein vermögen gekostet haben.
Man sieht also, dieses Land ist nicht nur von seiner Natur sehr vielfältig, sondern auch innerhalb der Gesellschaft.
Wie kann man also definieren, ob ein Land weit entwickelt ist oder nicht? Viele sehen nur einen der vielten Orte und entscheiden danach. Andere sehen sich von allem etwas an und wissen nicht, ob sie Costa Rica als modern und entwickelt oder arm und zurückgeblieben ansehen sollen.
Ich glaube, die Antwort auf die Frage wo man Costa Rica am besten einordnet, findet man, wenn man sich die Mentalität der Menschen ansieht.
Die durchschnittliche Person lebt gut und will mehr. Das hört sich an, wie jedes entwickelte und auch jedes unentwickelte Land. Im Gegensatz zu Deutschland zum Beispiel liegt der Reichtum allerdings in Land und Natur. Die Haupteinnahmequellen sind Tourismus und Kaffee-/Bananenexport.
Diese Branchen sind aber sehr auf das Wohlhaben anderer Länder angewiesen, was eine wirtschaftliche Eigenständigkeit sehr einschränkt.
Dazu kommt, dass die Menschen hier immer sehen, was US-Amerikaner oder Europäer haben und wollen mit ihnen auf einer Ebene betrachtet werden. Das Bild von den Gringos und Europäern ist aber sehr verblendet. Oft wird behauptet, dass alles perfekt und alle reich wären.
Das Ziel eines Jeden ist so zu sein, wie die Vorbildern aus der "ersten Welt". Dabei wissen die meisten nicht einmal, was das bedeutet, wie bei uns alles Strukturiert ist und dass die Stärken dieses Landes in anderen Dingen liegen, als im Auto- und Klamottenverkauf.
Costa Rica der Staat und der costaricanische Bürger läuft immer hinterher, will immer mithalten und will immer das erreichen, was andere schon erreicht haben.
Einigen Menschen, die international Geld verdienen ist es leicht möglich einen hohen Lebensstandart zu erreichen, der den eines steriotypischen Europäers überragt. Die Kinder gehen auf teuere Privatschulen, wo ihnen ganz viel Wissen vermittelt wird von Dingen, die ein Europäer oder US-Amerikaner oder Asiate oder Afrikaner herausgefunden hat. Wissen ist schön und gut, aber meiner Meinung nach wertlos, wenn man nicht lernt, wie man es anwendet.
Die Mehrheit verdient allerdings nicht gut. Jetzt kann man sagen, dass ein Costaricaner deutlich mehr verdient, als in ganz Mittelamerika, wenn man sie die Gehälter anguckt, allerdings sind die Kosten des normalen Lebens so unverhältnismäßig hoch, sodass man sich trotz viel verdientem Geld kaum etwas leisten kann. Alles wird daran gesetzt, dass die Kinder auf eine Privatschule gehen können (oftmals ist dies aber nicht möglich oder nur für ein Kind). Zusätzlich werden Dinge wie das neuste Smartphone, Klamotten aus den Staaten, ein neues Auto oder ein Strandurlaub benötigt. Eigentlich wäre dies nicht bezahlbar, aber in der heutigen Zeit und mithilfe einer Kreditkarte und einem 'ganz fairen Kredit' scheint alles möglich zu sein.
Sparen gibt es nicht. Man hat was man hat und lebt von einem Tag auf den nächsten.
Die untere Geschellschatsklasse besteht nicht nur aus Bettlern und Menschen die auf der Straße leben müssen, sondern auch aus den Menschen aus den Vierteln, die ich weiter oben etwas beschrieben habe. Meist bleiben diese Leute auch in ihren Vierteln und die allgemeine Bevölkerung passt auf, dass sie nicht ausversehen einen Fuß in so ein Gebiet setzen.
Ich hatte das Glück durch ein soziales Projekt, eines dieser Viertel ohne Gefahr betreten zu können. Von den wirklich schlimmen Ecken habe ich aber nichts gesehen, weil die sich weiter hinten in irendwelchen Gassen befinden, wo man mit einem Auto gar nicht mehr hinkommt.
Unsere Aufgabe war es ungefähr 50 Kindern einen schönen Tag mit Essen, basteln und überhaupt Aufmerksamkeit an sich zu bescheren. Diese Kinder (die jüngesten können kaum laufen und sprechen) laufen teilweise mehr als zwei Stunden zu dem Projekt, weil es für sie wirklich etwas besonderes ist.
Das Haus, in dem das Projekt stattgefunden hat, war eines der besseren Häuser mit Erdgeschoss und einem Stockwerk. Die Wände und das Dach bestanden aus Wellblech und was der Boden vom oberen Stockwerk war will ich lieber nicht wissen. Strom und fließend Wasser gab es nicht.
Ich habe keine Ahnung ob und was die Leute in diesen Vierteln arbeiten.
Aber auch diese Menschen wollen materielle Dinge haben, genauso wie viele Jugendliche die zu faul für einen Schulabschluss sind und deshalb keinen Beruf bekommen. Dieses Problem wird ganz einfach gelöst: Drogen, Prostitution, Betteln und Raubüberfälle auf normale Passanten am Tag und in der Nacht.
By the way ein Überfall ist nicht schön kann ich sagen. Ich bin viel auf der Straße unterwegs und habe immer mein bestes gegeben vorsichtig zu sein, aber keine Angst zu haben. Bis letzten Freitag war auch alles gut, als uns dann zwei unglaublich nette Herren meine Freundinnnen und mich dazu aufgefordert haben, doch bitte unsere Handys schleunigst bei deinen abzugeben. Entweder waren die dumm oder einfach aufgeregt, aber sie wollten nur unsere Handys und nichts weiter. Es ist auch ansonsten nichts passiert, allen geht es gut und ich habe mir auch schon ein Ersatzhandy von einer Freundin ausgeliehen, bin also weiterhin normal unter meiner Handynummer erreichbar.
Diese Vorfälle zeigen aber sehr deutlich viele der Werte und der Mentalität. Die Menschen gehen nicht voran, um etwas zu erreichen, sondern hinterher um es auch zu haben.
Dies bedeutet, dass vieles von dem was es hier gibt eine Nachahmung ist, der allerdings das Fundament fehlt. Dementsprechend funktioniert vieles einfach nicht. Anstatt die Dinge an sein Land anzupassen oder eigene Ideen zu verwirklichen, werden Fortschritte aus anderen Ländern ohne sich ein einziges Mal anzugucken, was da vielleicht hinterstehen könnte (Eisbergmodell kennt hier keiner, wäre aber mal wichtig).
Ob dies wichtig ist, um ein reiches und entwickeltes Land zu sein, kann jeder selber entscheiden, aber für mich persönlich ist dies der Unterschied zwischen Deutschland und Costa Rica, der mich im täglichen Leben am meisten beschäftigt.
So viel zu diesem Thema.
Ich hoffe es es ist nicht langweilig, weil es nicht wirklich was mit meinem Leben hier direkt zu tun hat.
Leonie
P.S. Ich habe mir echt Mühe gegeben, was Wörter finden und Sätze strukturieren angeht. Für Rechtschreibung kann ich aber absolut nicht garantieren.
Dienstag, 22. März 2016
Samstag, 27. Februar 2016
Vom angekommen sein und Neubeginn
Moin meine lieben Leute,
es tut mir wirklich leid, dass das mit dem regelmäßigen schreiben nicht ganz so klappt, auch wenn ich mir das fest vorgenommen hatte.
Hier ist aber auch immer sehr viel zu tun, sodass man gar nicht dazu kommt, vor allem jetzt, wo die Schule mach langer Zeit wieder anfgefangen hat.
Nachdem ich in der ersten Februarwoche einen Sprachkurs genommen habe, um die exotischeren Formen zu lernen, heißt es nun seit drei Wochen um fünf Uhr aufstehen, um den Bus zur Schule bekommen, der schon vor um 6.00 Uhr abfährt. Bisher habe ich ihn aber noch kein einziges Mal verpasst, was ganz schön was bedeutet.
Die, die mich kennen wissen, dass ich es nicht so mit Pünktlichkeit habe, aber (auch wenn es komisch klingt, weil ich in einem Lateinamerikanischen Land bin) habe ich es mit dem Zeitmanagement deutlch besser drauf als früher. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich Zeit viel mehr zu schätzen gelernt habe und weiß, dass mir hier nicht mehr viel Zeit bleibt.
Zum neuen Schuljahr habe ich meine Schule aus verschiedenen Gründen gewechselt und gehe nun auf die Schule meiner Cousine. Eigentlich war geplant, dass ich auch in ihre Klasse komme, aber wie es hier üblich ist hat etwas mit der Organisierung nicht so ganz geklappt und bin in der Parallelklasse gelandet, womit ich aber gar nicht unglücklich bin.
Bei meiner Schule handelt es sich um eine katholische Privatschule, die von Nonnen geführt wird.
Ich zwar weder katholisch, konservativ oder ein Fan von strengen Regeln, aber eine Erfahrung ist es alle Mal wert. Außerdem muss ich in allen Fächern voll mitmachen. Es wird erwartet, dass ich jede Hausaufgabe habe und auch in den Examen gut abschneide. Das konsequente Hausaufgaben würde ich in Deutschland eher als eine meiner Schwächen bezeichen, aber hier nehme ich das wirklich ernst, weil mich das sprachlich deutlich weiterbringt. Meine Nachmittage verbringe ich nicht unfreiwillig mit lesen, übersetzen von komplizierten Wörtern, Texte schreiben und neue Vokabeln lernen.
Ansonsten bin ich mit meiner Familie am quatschen oder mit ihnen oder Freunden unterwegs.
Letztes Wochenende war ich in einer der gefährlichsten und ärmsten Orte in Costa Rica. Darüber werde ich aber wann anders noch mal etwas berichten, weil das, was ich dort gesehen habe wichtiger ist, als ein Satz in einem Blogeintrag.
Am Sonntag hatte meine Gastmama Geburtstag und wir sind beim Vulkan Poas gewesen. Wir waren aber nicht gerade die einzigen, die sich überlegt haben an einem schönen Sonntag dorthin zu fahren. Gefühlt ganz Costa Rica war am Vulkan versammelt, was den schönen Ausblick etwas getrübt hat. Allerdings konnte mir garnichts den Tag versauen, denn im Gegensatz zu meinem letzten Ausflug haben wir es geschafft mich als Tica umsonst in den Nationalpark zuschmuggeln. Vielleicht die Menschen beim Eingang einfach etwas unfähiger als beim Vulkan Irazu oder ich benehme mich wirklich nicht mehr ganz so 'ausländisch'.
Wenn wir schon mal beim Thema reisen sind.. Ich habe schon deutlich mehr von Costa Rica gesehen und auch schon deutlich mehr gemacht, als die meisten Ticos, die schon ihr ganzes Leben hier sind. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das ein typisches Phänomän ist oder an der faulen Art der Ticos liegt. Mir kommt es aber traurig vor, dass die Menschen hier in so einem schönen Land wohnen, aber ihre Möglichkeit nicht nutzen, so viel davon zu sehen, wie sie können.
Viele Menschen hier haben echt nicht viel Geld, aber bestehen trotzdem auf Bequemlichkeit und Luxusartikel, wie wir es nicht einmal in Deutschland mit deutlich mehr Reichtum kennen.
Wenn ich hier jemandem erzähle, dass ich hauptsächlich mit dem Bus unterwegs bin, auch sieben Stunden an den Strand, werde ich angeguckt, als wäre ich verrückt. Aber dann beschweren sie sich, dass sie nicht an den Strand können, weil das mit dem Auto so teuer ist.
Hier herrscht eine Einstellung, die ich oft nicht so mit meiner verbinden kann, im positiven und im negativen Sinne. Die Welt wird hier einfach sehr anders gesehen.
Es wird immer gesagt, dass Austausch Anpassen bedeutet. Ich glaube aber, dass dies nicht stimmt. Ich glaube, dass Austausch nichts anderes als Autausch bedeutet.
Ich sehe anders aus, ich denke anders und ich bin anders als die Menschen hier. Aber das ist nichts schlimmes und erst recht kein Hindernis.
Es wird immer gesagt, dass man die Dinge hier einfach akzeptieren und ich sich daran anpassen sollte. Ich bin aber der Meinung, dass auch das nicht stimmt.
Natürlich bin ich hergekommen, um zu lernen und mir Neues anzuschauen. Aber ich bin auch hier, um den Menschen zu zeigen, wie meine Sicht der Dinge aussieht.
Auch wenn ich die Menschen mit ihrer Kultur verstehe, heißt es nicht, dass ich das einfach blind annehmen sollte.
Ich bin die Ausländerin hier und das wird sich auch nicht ändern. Trotzdem bin ich nicht außenvor, sondern gehöre dazu und werde dafür geschätzt, dass ich die Dinge anders sehe oder bei Sachen nachfrage, die alle für selbsterverständlich halten.
Früher ist mir das nie so aufgefallen, weil alles so extrem neu war und ich sowieso nicht verstanden habe, was geredet wurde. Aber jetzt, wo mich nicht ständig etwas kulturelles überrascht und ich mich an einer neuen Schule neu einfinden musste, ist es für mich umso wichtiger geworden einige deutsche Eigenarten beizubehalten und andere auf die Unterschiede aufmerksam zu machen.
Meine beste Freundin, die in Neuseeland war, hat in jedem ihrer Blogeinträge geschrieben, dass sie noch mehr in ihrem Land angekommen ist. Jedes Mal wieder. Und sie hat Recht. Es gibt keinen Moment, wo man komplett ankommt, sondern es ist ein Prozess, der immer weiter fortschreitet bis man weiß wer man selber ist und wer man sein will.
Ich hoffe, es geht euch allen gut und bei euch wird es bald so schön warm, wie es hier ist.
Pura Vida
Leonie
es tut mir wirklich leid, dass das mit dem regelmäßigen schreiben nicht ganz so klappt, auch wenn ich mir das fest vorgenommen hatte.
Hier ist aber auch immer sehr viel zu tun, sodass man gar nicht dazu kommt, vor allem jetzt, wo die Schule mach langer Zeit wieder anfgefangen hat.
Nachdem ich in der ersten Februarwoche einen Sprachkurs genommen habe, um die exotischeren Formen zu lernen, heißt es nun seit drei Wochen um fünf Uhr aufstehen, um den Bus zur Schule bekommen, der schon vor um 6.00 Uhr abfährt. Bisher habe ich ihn aber noch kein einziges Mal verpasst, was ganz schön was bedeutet.
Die, die mich kennen wissen, dass ich es nicht so mit Pünktlichkeit habe, aber (auch wenn es komisch klingt, weil ich in einem Lateinamerikanischen Land bin) habe ich es mit dem Zeitmanagement deutlch besser drauf als früher. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich Zeit viel mehr zu schätzen gelernt habe und weiß, dass mir hier nicht mehr viel Zeit bleibt.
Zum neuen Schuljahr habe ich meine Schule aus verschiedenen Gründen gewechselt und gehe nun auf die Schule meiner Cousine. Eigentlich war geplant, dass ich auch in ihre Klasse komme, aber wie es hier üblich ist hat etwas mit der Organisierung nicht so ganz geklappt und bin in der Parallelklasse gelandet, womit ich aber gar nicht unglücklich bin.
Bei meiner Schule handelt es sich um eine katholische Privatschule, die von Nonnen geführt wird.
Ich zwar weder katholisch, konservativ oder ein Fan von strengen Regeln, aber eine Erfahrung ist es alle Mal wert. Außerdem muss ich in allen Fächern voll mitmachen. Es wird erwartet, dass ich jede Hausaufgabe habe und auch in den Examen gut abschneide. Das konsequente Hausaufgaben würde ich in Deutschland eher als eine meiner Schwächen bezeichen, aber hier nehme ich das wirklich ernst, weil mich das sprachlich deutlich weiterbringt. Meine Nachmittage verbringe ich nicht unfreiwillig mit lesen, übersetzen von komplizierten Wörtern, Texte schreiben und neue Vokabeln lernen.
Ansonsten bin ich mit meiner Familie am quatschen oder mit ihnen oder Freunden unterwegs.
Letztes Wochenende war ich in einer der gefährlichsten und ärmsten Orte in Costa Rica. Darüber werde ich aber wann anders noch mal etwas berichten, weil das, was ich dort gesehen habe wichtiger ist, als ein Satz in einem Blogeintrag.
Am Sonntag hatte meine Gastmama Geburtstag und wir sind beim Vulkan Poas gewesen. Wir waren aber nicht gerade die einzigen, die sich überlegt haben an einem schönen Sonntag dorthin zu fahren. Gefühlt ganz Costa Rica war am Vulkan versammelt, was den schönen Ausblick etwas getrübt hat. Allerdings konnte mir garnichts den Tag versauen, denn im Gegensatz zu meinem letzten Ausflug haben wir es geschafft mich als Tica umsonst in den Nationalpark zuschmuggeln. Vielleicht die Menschen beim Eingang einfach etwas unfähiger als beim Vulkan Irazu oder ich benehme mich wirklich nicht mehr ganz so 'ausländisch'.
Viele Menschen hier haben echt nicht viel Geld, aber bestehen trotzdem auf Bequemlichkeit und Luxusartikel, wie wir es nicht einmal in Deutschland mit deutlich mehr Reichtum kennen.
Wenn ich hier jemandem erzähle, dass ich hauptsächlich mit dem Bus unterwegs bin, auch sieben Stunden an den Strand, werde ich angeguckt, als wäre ich verrückt. Aber dann beschweren sie sich, dass sie nicht an den Strand können, weil das mit dem Auto so teuer ist.
Hier herrscht eine Einstellung, die ich oft nicht so mit meiner verbinden kann, im positiven und im negativen Sinne. Die Welt wird hier einfach sehr anders gesehen.
Es wird immer gesagt, dass Austausch Anpassen bedeutet. Ich glaube aber, dass dies nicht stimmt. Ich glaube, dass Austausch nichts anderes als Autausch bedeutet.
Ich sehe anders aus, ich denke anders und ich bin anders als die Menschen hier. Aber das ist nichts schlimmes und erst recht kein Hindernis.
Es wird immer gesagt, dass man die Dinge hier einfach akzeptieren und ich sich daran anpassen sollte. Ich bin aber der Meinung, dass auch das nicht stimmt.
Natürlich bin ich hergekommen, um zu lernen und mir Neues anzuschauen. Aber ich bin auch hier, um den Menschen zu zeigen, wie meine Sicht der Dinge aussieht.
Auch wenn ich die Menschen mit ihrer Kultur verstehe, heißt es nicht, dass ich das einfach blind annehmen sollte.
Ich bin die Ausländerin hier und das wird sich auch nicht ändern. Trotzdem bin ich nicht außenvor, sondern gehöre dazu und werde dafür geschätzt, dass ich die Dinge anders sehe oder bei Sachen nachfrage, die alle für selbsterverständlich halten.
Früher ist mir das nie so aufgefallen, weil alles so extrem neu war und ich sowieso nicht verstanden habe, was geredet wurde. Aber jetzt, wo mich nicht ständig etwas kulturelles überrascht und ich mich an einer neuen Schule neu einfinden musste, ist es für mich umso wichtiger geworden einige deutsche Eigenarten beizubehalten und andere auf die Unterschiede aufmerksam zu machen.
Meine beste Freundin, die in Neuseeland war, hat in jedem ihrer Blogeinträge geschrieben, dass sie noch mehr in ihrem Land angekommen ist. Jedes Mal wieder. Und sie hat Recht. Es gibt keinen Moment, wo man komplett ankommt, sondern es ist ein Prozess, der immer weiter fortschreitet bis man weiß wer man selber ist und wer man sein will.
Ich hoffe, es geht euch allen gut und bei euch wird es bald so schön warm, wie es hier ist.
Pura Vida
Leonie
Montag, 25. Januar 2016
Frohes neues Jahr!
Ich hoffe, dass alle schöne Weihnachten hatten und gut ins neue Jahr gestartet sind.
Meine Feiertage waren auch sehr schön, aber wirklich SEHR anders, als in Deutschland. Die Zeit, die man in Deutschland als besinnliche und gemütliche Weihnachtstage kennt, waren hier mehr normaler Alltag mit Stress, weil alle Leute noch Geschenke kaufen mussten.
Am ersten Weihnachtstag zahlen die Firmen doppelt, weshalb viele zur Arbeit gehen und so etwas wie einen zweiten Weihnachtstag oder Silvester gibt es überhaupt nicht.
Obwohl Costa Rica sehr christlich ist, hat Weihnachten eher wenig mit Kirche, sondern hauptsächlich mit Konsum und Kaufrausch zu tun. Weihnachtsschmuck hängt nämlich schon (und ich übertreibe nicht) seit Ende September in den Läden und die Häuser werden im November geschmückt.
Meine Familie hält zum Glück nicht so viel von dem ganzen Weihnachtszeugs, weshalb unsere Haus nicht die ganze Zeit bunt geblinkt hat. Leider hatten wir aber auch keinen Weihnachtsbaum. Dafür aber einen Aventeskranz, den meine Familie extra für mich besorgt hat. Der ist allerdings am Tag vor Heiligabend abgebrannt, als wir gerade Besuch von den Gringos (so werden hier US-Amerikaner genannt) hatten, die jedes Jahr im Dezember nach Costa Rica kommen und die wir am zweiten Weihnachtstag auch in den Bergen besucht haben.
Viele Austauschschüler sagen, dass sie das Weihnachtsfest im Ausland immer ganz besonders schwierig finden und Heimweh bekommen.
Bei mir war das nicht ganz so schlimm. Zwar war es etwas komisch mitzubekommen, wie alle zusammen mit ihrer Familie Weihnachten feiern und auch in die Kirche gehen -was für mich mittags war, wodurch es mir noch seltsamer vorkam- , aber ich habe mich die ganze Zeit auf das Weihnachtsfest mit meiner Familie am Abend gefreut. Ich hatte allerdings auch gar keine Zeit groß darüber nachzudenken, weil ich mit meiner Gastmama den ganzen Tag durch die Gegend gelaufen bin, um eine Gitarre für meinen kleinen Cousin und noch einen Haufen andere Dinge zu kaufen.
Als wir dann am Nachmittag die Rolf Zukowski Weihnachtslieder gehört haben, war es schon etwas seltsam, weil ich die sonst immer meiner Familie in Deutschland singe und die für die Leute hier gar keine Bedeutung hatten, weil sie dich vorher auch gar nicht kannten.
Der Weihnachtsabend war wirklich schön. Wir haben viel gelacht, gegessen und getanzt. Von meiner Gastfamilie habe ich einige für Costa Rica typische Dinge bekommen. Irgendwann kam meine Gastmutter mit zwei Paketen aus Deutschland an, wo ich schon dachte, nichts von zuhause zu bekommen. Leider sind die Süßigkeiten schon bald leer.
Zwischen den Tagen war ich jeden Tag unterwegs und habe ich über jede freie Minute wirklich gefreut.
Am 25.12. fangen jedes Jahr die Stierkämpfe an und auf dem Vorplatz gibt es eine Art Jahrmarkt. Die Fahrschäfte machen einem wirlich angst. Nicht, weil die so besonders steil oder schnell sind, sondern weil die laut den Ticos noch nie ausgetauscht wurden und jeden Moment in sich zusammen krachen könnten. Alle warten nur auf den Moment. Trotzdem fahren alle mit, weil bisher noch nichts passiert ist.
Die Stierkämpfe darf man sich auch nicht so vorstellen wie in Spanien. In Spanien machen die Menschen die Stiere fertig. In Costa Rica machen die Stiere die Menschen fertig. Es ist wirklich lustig anzugucken, wie ein Haufen verkleideter Verrückter versucht die Stiere zu provozieren und einige dann von den Stieren hoch in die Luftt katapultiert werden.
Außerdem waren wir noch in Zarcero, die einen ganz bekannten Park haben und danach in den anliegenden Bergen. Dort ist es wirklich kalt. Selten habe ich so viel angehabt und trotzdem noch gefroren.
Silvester habe ich hier auch ganz typisch gefeiert: im kleinen Kreis mit der Familie, ohne große Feiern. Das war mal etwas ganz anderes, weil ich aus Deutschland immer viele aufgedrehte Leute und laute Musik oder sonstigen Lärm gewohnt bin.
Um 17:00 wurde mir dann auch von allen frohes neues Jahr gewünscht. Es ist wirklich seltsam, wenn man sich in einem anderen Jahr, als die in seinem Heimatland befindet.
'Dinner for one' habe ich in diesem Jahr auch nicht gesehen. Dass ich das vergessen habe, ist wirklich eine Schande. Gegen Mitternacht wurden alle richtig melancholisch und hatten sogar angst ein neues Jahr zu beginnen.
Raketen gibt es hier auch, aber viele gucken sich einfach das Feuerwerk von anderen an, weil sie nicht so viel Geld ausgeben wollen/können. Besonders aufgefallen ist mir, dass die Leute auch viel mehr angst davor haben. Während in Deutschland schon sehr kleine Kinder Raketen anzünden, hatte meine Cousine hier angst eine Wunderkerze festzuhalten.
Die ersten Tage des neues Jahres habe ich mit meinen Cousinen und meiner Schwester in einem Haus am Strand verbracht. Es ist hier üblich über Weihnachten oder Silvester ans Meer zu fahren. Dementsprechend waren wir auch nicht nicht die einzigen am Strand und im Ferienort Jacó.
Auffällig ist auch die Anzahl der Ausländer. Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Menschen aus den verschiedensten Ländern nach Costa Rica reisen. Auch in San José sind meiner Meinung viel mehr Auländer unterwegs, was aber auch an der Jahreszeit mit den Ferien liegen kann.
Diesen Post wollte ich eigentlich schon vor zwei Wochen gesendet haben, aber da hat wohl mal wieder etwas nicht so geklappt, wie ich mir das vorgestellt hatte.
Nun kommt er also aufgrund von Versagen des Internets etwas zu spät und ich kann quasi schon den Bericht über mein Projekt im Talamancagebirge hinzufügen...
Ich hoffe, dass alle schöne Weihnachten hatten und gut ins neue Jahr gestartet sind.
Meine Feiertage waren auch sehr schön, aber wirklich SEHR anders, als in Deutschland. Die Zeit, die man in Deutschland als besinnliche und gemütliche Weihnachtstage kennt, waren hier mehr normaler Alltag mit Stress, weil alle Leute noch Geschenke kaufen mussten.
Am ersten Weihnachtstag zahlen die Firmen doppelt, weshalb viele zur Arbeit gehen und so etwas wie einen zweiten Weihnachtstag oder Silvester gibt es überhaupt nicht.
Obwohl Costa Rica sehr christlich ist, hat Weihnachten eher wenig mit Kirche, sondern hauptsächlich mit Konsum und Kaufrausch zu tun. Weihnachtsschmuck hängt nämlich schon (und ich übertreibe nicht) seit Ende September in den Läden und die Häuser werden im November geschmückt.
Meine Familie hält zum Glück nicht so viel von dem ganzen Weihnachtszeugs, weshalb unsere Haus nicht die ganze Zeit bunt geblinkt hat. Leider hatten wir aber auch keinen Weihnachtsbaum. Dafür aber einen Aventeskranz, den meine Familie extra für mich besorgt hat. Der ist allerdings am Tag vor Heiligabend abgebrannt, als wir gerade Besuch von den Gringos (so werden hier US-Amerikaner genannt) hatten, die jedes Jahr im Dezember nach Costa Rica kommen und die wir am zweiten Weihnachtstag auch in den Bergen besucht haben.
Viele Austauschschüler sagen, dass sie das Weihnachtsfest im Ausland immer ganz besonders schwierig finden und Heimweh bekommen.
Bei mir war das nicht ganz so schlimm. Zwar war es etwas komisch mitzubekommen, wie alle zusammen mit ihrer Familie Weihnachten feiern und auch in die Kirche gehen -was für mich mittags war, wodurch es mir noch seltsamer vorkam- , aber ich habe mich die ganze Zeit auf das Weihnachtsfest mit meiner Familie am Abend gefreut. Ich hatte allerdings auch gar keine Zeit groß darüber nachzudenken, weil ich mit meiner Gastmama den ganzen Tag durch die Gegend gelaufen bin, um eine Gitarre für meinen kleinen Cousin und noch einen Haufen andere Dinge zu kaufen.
Als wir dann am Nachmittag die Rolf Zukowski Weihnachtslieder gehört haben, war es schon etwas seltsam, weil ich die sonst immer meiner Familie in Deutschland singe und die für die Leute hier gar keine Bedeutung hatten, weil sie dich vorher auch gar nicht kannten.
Der Weihnachtsabend war wirklich schön. Wir haben viel gelacht, gegessen und getanzt. Von meiner Gastfamilie habe ich einige für Costa Rica typische Dinge bekommen. Irgendwann kam meine Gastmutter mit zwei Paketen aus Deutschland an, wo ich schon dachte, nichts von zuhause zu bekommen. Leider sind die Süßigkeiten schon bald leer.
Zwischen den Tagen war ich jeden Tag unterwegs und habe ich über jede freie Minute wirklich gefreut.
Am 25.12. fangen jedes Jahr die Stierkämpfe an und auf dem Vorplatz gibt es eine Art Jahrmarkt. Die Fahrschäfte machen einem wirlich angst. Nicht, weil die so besonders steil oder schnell sind, sondern weil die laut den Ticos noch nie ausgetauscht wurden und jeden Moment in sich zusammen krachen könnten. Alle warten nur auf den Moment. Trotzdem fahren alle mit, weil bisher noch nichts passiert ist.
Die Stierkämpfe darf man sich auch nicht so vorstellen wie in Spanien. In Spanien machen die Menschen die Stiere fertig. In Costa Rica machen die Stiere die Menschen fertig. Es ist wirklich lustig anzugucken, wie ein Haufen verkleideter Verrückter versucht die Stiere zu provozieren und einige dann von den Stieren hoch in die Luftt katapultiert werden.
Außerdem waren wir noch in Zarcero, die einen ganz bekannten Park haben und danach in den anliegenden Bergen. Dort ist es wirklich kalt. Selten habe ich so viel angehabt und trotzdem noch gefroren.
Silvester habe ich hier auch ganz typisch gefeiert: im kleinen Kreis mit der Familie, ohne große Feiern. Das war mal etwas ganz anderes, weil ich aus Deutschland immer viele aufgedrehte Leute und laute Musik oder sonstigen Lärm gewohnt bin.
Um 17:00 wurde mir dann auch von allen frohes neues Jahr gewünscht. Es ist wirklich seltsam, wenn man sich in einem anderen Jahr, als die in seinem Heimatland befindet.
'Dinner for one' habe ich in diesem Jahr auch nicht gesehen. Dass ich das vergessen habe, ist wirklich eine Schande. Gegen Mitternacht wurden alle richtig melancholisch und hatten sogar angst ein neues Jahr zu beginnen.
Raketen gibt es hier auch, aber viele gucken sich einfach das Feuerwerk von anderen an, weil sie nicht so viel Geld ausgeben wollen/können. Besonders aufgefallen ist mir, dass die Leute auch viel mehr angst davor haben. Während in Deutschland schon sehr kleine Kinder Raketen anzünden, hatte meine Cousine hier angst eine Wunderkerze festzuhalten.
Die ersten Tage des neues Jahres habe ich mit meinen Cousinen und meiner Schwester in einem Haus am Strand verbracht. Es ist hier üblich über Weihnachten oder Silvester ans Meer zu fahren. Dementsprechend waren wir auch nicht nicht die einzigen am Strand und im Ferienort Jacó.
Auffällig ist auch die Anzahl der Ausländer. Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Menschen aus den verschiedensten Ländern nach Costa Rica reisen. Auch in San José sind meiner Meinung viel mehr Auländer unterwegs, was aber auch an der Jahreszeit mit den Ferien liegen kann.
Diesen Post wollte ich eigentlich schon vor zwei Wochen gesendet haben, aber da hat wohl mal wieder etwas nicht so geklappt, wie ich mir das vorgestellt hatte.
Nun kommt er also aufgrund von Versagen des Internets etwas zu spät und ich kann quasi schon den Bericht über mein Projekt im Talamancagebirge hinzufügen...
Montag, 21. Dezember 2015
Unterwegs dort, wo die Klischees von Costa Rica entstehen
¡Pura Vida Maes!
Seit einem Monat habe ich jetzt schon Ferien, die definitiv nicht so langweilig sind, wie mir prophezeit wurde.
Ich durfte endlich mal ausschlafen, aus einer kleinen Frage wurden stundenlange Gespräche und Diskussionen mit meiner Familie und ich bin mit Freunden unterwegs in San Jose. Außerdem habe ich meine liebe Jasmin auch endlich mal bei sich besucht, wo das Leben echt komplett anders ist als bei mir.
Das Adventskalenderbasteln hat auch jede Menge Zeit in Anspruch genommen. Meine Familie war erst mal etwas überfordert was das ist und was man damit macht. Wir haben meinetwegen sogar einen Adventskranz.
Was meine Ferien allerdings so besonders macht, sind die Ausflüge bzw Freiwilligenprojekte mit meiner Organisation hier vor Ort CAS.
Eigentlich dachte ich, dass es nach der Reise nach Panama (wovon ich es irgendwie nicht auf die Reihe bekommen habe hier zu berichten) kaum noch besser werden kann. Das war aber definitv falsch gedacht.
Nun kann ich nämlich surfen und habe mit aussterbenden Schildkröten gearbeitet, die zum Teil größer sind, als ich.
Vielleich hört sich das nicht so spektakulär an, aber es waren mit die bedeutensten Erfahrungen die ich je in meinem Leben gemacht habe.
Surfen ist definitiv etwas, dass ich noch öfters machen möchte und einige meiner Freunde meinten auch schon, dass sie mich demnächst mal mitnehmen.
Ich muss zugeben, dass ich noch nicht wirklich ein Profi bin, was das Surfen angeht und man sich neben den Leuten, die erst surfen und dann schwimmen konnten, echt dumm vorkommt.
Trotzdem stehe ich auf dem Brett und das sogar elegant sagt der Surflehrer, der ständig meint, dass wir dasa sehr schlecht machen.

Außerdem habe ich den schönsten Sonnenuntergang meines Lebens gesehen und muss nun nicht mehr neidisch auf Tumblr Bilder sein jajaja.


Die Erlebnisse vom Surfcamp wurden dann aber noch getoppt vom Freiwilligendienst mit Schildkröten am Arsch der Welt, ohne Internet, aber dafür mit vielen Insekten und seltenen Tierarten, kaltem Wasser, Reis mit Bohnen (aber sehr lecker) und überall Sand, der unmöglich zu entfernen war.
In kleinen Gruppen wurden wir über den Tag verteilt zu unseren Schichten an verschiedenen Stränden geschickt, um Temperaturen zu messen, den Strand zu säubern, Markierungen zu setzen, Schildkröteneier auszugraben (wenn sie nach einer bestimmten Zeit noch nicht geschlüpft sind) und nachts die Touristen einigermaßen von den Schildkröten fernzuhalten, Daten über die Schildkröten zu sammeln und die Eier an einem anderen, sicheren Ort zu vergraben.
Ansonsten haben wir uns hauptsächlich am Strand aufgehalten, Arschloch und Uno gespielt oder ein bisschen die Gegend in den Wäldern erkundet.
Im Hintergrund lief immer das unausgesprochene Battle, wer die meisten exotischen Tiere sieht. Da ich einen Wal gesehen habe, war ich eigentlich ganz gut dabei, allerdings fehlen mir eine Schlange und auch die Landschildkröte, die die eine Gruppe im Wald gefunden und mit an den Strand genommen haben, weil sie dachten, dass es sich um eine verirrte Wasserschildkröte handelt. Wir sind uns nicht ganz sicher, ob sie ertrunken ist oder nicht.
Auch trotz dieser schönen Tafel war es nicht ganz möglich, dass jede Gruppe zur richtigen Zeit und mit der richtigen Besatzung seine Schicht ausführt.

Leonie und Paula sind von oben bis unten eingesaut und stecken sogar mit dem Kopf im Sand mit der Hoffnung Babyschildkröten retten zu können.
Falsch gehofft ...


Wenn in den letzten zwei Wochen etwas weltbewegendes passiert ist,
würde ich mich darüber freuen darüber informiert zu werden, da ich mich
abseits der Zivilisation befand, wo man alles einfach mal ausblenden
musste/durfte.
Im großen und ganzen kann man sagen, dass die Reisen schon eine sehr Nice Angelegenheit sind, auch wenn das Spanisch sehr darunter leidet.
Ich wünsche allen schon mal Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr
Tuanis Leonie
Seit einem Monat habe ich jetzt schon Ferien, die definitiv nicht so langweilig sind, wie mir prophezeit wurde.
Ich durfte endlich mal ausschlafen, aus einer kleinen Frage wurden stundenlange Gespräche und Diskussionen mit meiner Familie und ich bin mit Freunden unterwegs in San Jose. Außerdem habe ich meine liebe Jasmin auch endlich mal bei sich besucht, wo das Leben echt komplett anders ist als bei mir.
Das Adventskalenderbasteln hat auch jede Menge Zeit in Anspruch genommen. Meine Familie war erst mal etwas überfordert was das ist und was man damit macht. Wir haben meinetwegen sogar einen Adventskranz.
Eigentlich dachte ich, dass es nach der Reise nach Panama (wovon ich es irgendwie nicht auf die Reihe bekommen habe hier zu berichten) kaum noch besser werden kann. Das war aber definitv falsch gedacht.
Nun kann ich nämlich surfen und habe mit aussterbenden Schildkröten gearbeitet, die zum Teil größer sind, als ich.
Vielleich hört sich das nicht so spektakulär an, aber es waren mit die bedeutensten Erfahrungen die ich je in meinem Leben gemacht habe.
Surfen ist definitiv etwas, dass ich noch öfters machen möchte und einige meiner Freunde meinten auch schon, dass sie mich demnächst mal mitnehmen.
Trotzdem stehe ich auf dem Brett und das sogar elegant sagt der Surflehrer, der ständig meint, dass wir dasa sehr schlecht machen.
Außerdem habe ich den schönsten Sonnenuntergang meines Lebens gesehen und muss nun nicht mehr neidisch auf Tumblr Bilder sein jajaja.
In kleinen Gruppen wurden wir über den Tag verteilt zu unseren Schichten an verschiedenen Stränden geschickt, um Temperaturen zu messen, den Strand zu säubern, Markierungen zu setzen, Schildkröteneier auszugraben (wenn sie nach einer bestimmten Zeit noch nicht geschlüpft sind) und nachts die Touristen einigermaßen von den Schildkröten fernzuhalten, Daten über die Schildkröten zu sammeln und die Eier an einem anderen, sicheren Ort zu vergraben.
Falsch gehofft ...
Im großen und ganzen kann man sagen, dass die Reisen schon eine sehr Nice Angelegenheit sind, auch wenn das Spanisch sehr darunter leidet.
Ich wünsche allen schon mal Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr
Tuanis Leonie
Montag, 2. November 2015
Wenn das Leben 'normal' wird
Moin Moin ihr Lieben dort draußen,
nachdem ich in der vergangenden Woche eine versteckte Beschwerde über meine Faulheit bekommen habe, kommt nun der nächste Bericht aus dem Land des Kaffees (ja aus dem Land des Kaffees und nicht dem Land der Ananas, was so manch eine Person denkt).
Zunächst möchte ich mich mal für das positive Featback an meinem Blog bedanken und natürlich auch bei meinen stillen Verfolgern. Es ist schön zu hören, dass auch nicht komplett in Vergessenheit gerate, obwohl ich mich auf der anderen Seite der Welt befinde. Ich schreibe hier einfach immer so vor mich und freue mich, dass es euch gefällt.
Umso normaler das Leben hier wird, desto glücklicher werde ich hier auch. Es gibt einem echt Stabilität, wenn man mehr oder weniger weiß, was auf einen zukommt und man Situationen auch einschätzen kann.
Trotzdem kommt ab und zu mal ein Tief, dass es zu überwinden gilt. Letzte Woche habe ich ein sehr starkes Tief durchleben dürfen und obwohl es wirklich hart war, bin ich froh diese Erfahrung gemacht zu haben, denn ich bin eindeutig stärker daraus wieder herausgekommen und weiß die vielen schönen Sachen umso mehr zu schätzen.
Eine andere Sache, die mir das Leben hier unglaublich erleichtert ist der Erwerb der Sprache. Ich verstehe unglaublich viel mehr und kann mich auch über vernünftige Dinge richtig unterhalten. Natürlich muss ich immer noch oft fragen, aber ich verstehe die Erklärung eines Wortes dann immerhin auch. Zu Gruppengesprächen kann ich mitlerweile manchmal auch schon richtige Beträge leisten. Ein Freund von mir, der zwei Wochen mit der Volleyball Nationalmannschaft in Honduras unterwegs war, hat sich darüber aufgeregt, dass sich in dieser kurzen Zeit so viel verändert hätte und wie es denn sein kann, dass ich plötzlich spanisch spreche. Es sind diese kleinen Dinge, die einem zeigen, dass man hier doch schon so einiges erreicht hat, auch wenn man es oft gar bemerkt.
Trotzdem weiß ich, dass noch unglaublich viel Arbeit vor mir liegt, aber jetzt habe ich eine Grundbasis auf die man viel besser aufbauen kann. Meine Weigerung Englisch zu sprechen hat sich also gelohnt. Zwar würde mir Englisch sprechen meist immernoch einfacher fallen, aber wenn das so weiter geht, sieht das in ein paar Wochen schon ganz anders aus.
Mein Gastpapa hat vor zwei Wochen fast schon fanatisch begonnen Deutsch zu lernen, wodurch wir uns gegenseitig auch noch mehr anstacheln und super gut helfen können. Jeden Tag erzählt er mir welche Wörter er neu gelernt hat und ich erkläre ihm die Unterschiede oder Gemeinsamkeiten einiger Wörter. Außerdem erklärt er mir viel über die deutsche Grammatik und ich ihm über Spanische, obwohl es ja eigentlich andersherum sein müsste.
Noch eine ganz große Veränderung ist, dass ich einen Permiso für immer an meiner Schule bekommen habe und damit ein ganz großes Stück Freiheit. Darüber freut sich die Sekretärin aber wahrscheinlich noch mehr als ich, denn immer, wenn ich das Schulgelände nicht mit meinem Schulshuttle verlassen wollte, musste ich mir das mit der Unterschrift meiner Eltern und der Sekretärin genehmigen lassen. Ich war da eigentlich schon Dauergast. Die machen sich damit aber auch immer mehr Stress als nötig. Letztens haben die mich fast nicht gehen lassen, weil im Permiso stand, dass ich mit Compañeras unterwegs bin, was Jungs aussschließt. Der Plan war aber mit einigen Leuten zu einem Jungen nach Hause zu gehen. Nachdem meine Gastmutter dann angerufen worden ist, haben sie mich dann doch gehen lassen, aber erst, nachdem ich versprochen habe auch wirklich vorsichtig bei denen zu sein.
Die Logik hinter dem Permiso habe ich aber noch nicht zu 100% verstanden, denn wenn mir der Permiso nicht genehmigt wird komme ich überhaupt nicht nach Hause, weil der Bus nicht so lange wartet. Jetzt hat sich diese ganze Problematik aber erledigt, da ich immer gehen kann wohin ich möchte, da ich angefangen habe Sport im Fitnessstudio zu machen und somit eher selten mit meinem Buseta nach der Schule nach Hause fahre.
Mit der anderen Deutschen an meiner Schule verstehe ich mich mitlerweile absolut super. Anfangs war ich nicht besonders glücklich darüber nicht die einzige Deutsche zu sein und ihr ging es genauso. Jetzt sind wir froh einander zu haben, weil einfach immer jemanden zum Reden hat der einen versteht, egal ob es irgendwelche Probleme oder Ironie ist. Wie Mädels so sind geht das natürlich am besten auf dem Klo. Es ist schon eine Art Tradition geworden, dass wir uns während des Unterricht auf dem Klo treffen. Das einzige Problem dabei ist, wenn der Klassenraum zwischendurch von innen abgeschlossen wird und man sich blöd vorkommt nach 20 Minuten Abwesenheit anzuklopfen oder wenn der Händetrockner auf einmal anfängt zu brennen. Auch nach der Schule machen wir recht viel zusammen, weil wir gemeinsam ins Fitnessstudio gehen und auch sonst viel zusamen zu erledigen haben.
Ein sehr gute Freundin aus Deutschland und ich haben es in zwei Monaten auch wirklich schon zwei Mal geschafft uns hier in Costa Rica zu treffen. Das erste große Wiedersehen vor dem Theater hat wahrscheinlich jeder auf dem Platz mitbekommen, aber es war auch echt emotional. Es ist einfach ein sehr merkwürdiges Gefühl eine Klassenkameradin aus Deutschland am anderen Ende der Welt zu treffen. Ich konnte auch ungelogen den ganzen Tag nicht aufhören zu grinsen, weil das einfach eine etwas unbegreifliche Sache ist. Die Familie von ihr ist auch supernett und meinte gleich, dass ich sie doch mit meiner Schwester zu einem Spiel der Fußballnationalmannschaft gegen Südafrika begleiten soll.
Gesagt getan und kaum zwei Wochen später saßen wir dann alle zusammen im Estadio Nacional. Costa Rica hat zwar verloren und der Niveau beider Mannschaften war jetzt auch nicht sonderlich anspruchsvoll, aber die Stimmung war super. Ich glaube selbst die 2 Südafrikafans die ich gesehen habe, waren nicht so gut drauf, wie die Ticos.

So das war erstmal das wichtigste aus der letzten Zeit.
Eure Leonie
nachdem ich in der vergangenden Woche eine versteckte Beschwerde über meine Faulheit bekommen habe, kommt nun der nächste Bericht aus dem Land des Kaffees (ja aus dem Land des Kaffees und nicht dem Land der Ananas, was so manch eine Person denkt).
Zunächst möchte ich mich mal für das positive Featback an meinem Blog bedanken und natürlich auch bei meinen stillen Verfolgern. Es ist schön zu hören, dass auch nicht komplett in Vergessenheit gerate, obwohl ich mich auf der anderen Seite der Welt befinde. Ich schreibe hier einfach immer so vor mich und freue mich, dass es euch gefällt.
Umso normaler das Leben hier wird, desto glücklicher werde ich hier auch. Es gibt einem echt Stabilität, wenn man mehr oder weniger weiß, was auf einen zukommt und man Situationen auch einschätzen kann.
Trotzdem kommt ab und zu mal ein Tief, dass es zu überwinden gilt. Letzte Woche habe ich ein sehr starkes Tief durchleben dürfen und obwohl es wirklich hart war, bin ich froh diese Erfahrung gemacht zu haben, denn ich bin eindeutig stärker daraus wieder herausgekommen und weiß die vielen schönen Sachen umso mehr zu schätzen.
Eine andere Sache, die mir das Leben hier unglaublich erleichtert ist der Erwerb der Sprache. Ich verstehe unglaublich viel mehr und kann mich auch über vernünftige Dinge richtig unterhalten. Natürlich muss ich immer noch oft fragen, aber ich verstehe die Erklärung eines Wortes dann immerhin auch. Zu Gruppengesprächen kann ich mitlerweile manchmal auch schon richtige Beträge leisten. Ein Freund von mir, der zwei Wochen mit der Volleyball Nationalmannschaft in Honduras unterwegs war, hat sich darüber aufgeregt, dass sich in dieser kurzen Zeit so viel verändert hätte und wie es denn sein kann, dass ich plötzlich spanisch spreche. Es sind diese kleinen Dinge, die einem zeigen, dass man hier doch schon so einiges erreicht hat, auch wenn man es oft gar bemerkt.
Trotzdem weiß ich, dass noch unglaublich viel Arbeit vor mir liegt, aber jetzt habe ich eine Grundbasis auf die man viel besser aufbauen kann. Meine Weigerung Englisch zu sprechen hat sich also gelohnt. Zwar würde mir Englisch sprechen meist immernoch einfacher fallen, aber wenn das so weiter geht, sieht das in ein paar Wochen schon ganz anders aus.
Mein Gastpapa hat vor zwei Wochen fast schon fanatisch begonnen Deutsch zu lernen, wodurch wir uns gegenseitig auch noch mehr anstacheln und super gut helfen können. Jeden Tag erzählt er mir welche Wörter er neu gelernt hat und ich erkläre ihm die Unterschiede oder Gemeinsamkeiten einiger Wörter. Außerdem erklärt er mir viel über die deutsche Grammatik und ich ihm über Spanische, obwohl es ja eigentlich andersherum sein müsste.
Noch eine ganz große Veränderung ist, dass ich einen Permiso für immer an meiner Schule bekommen habe und damit ein ganz großes Stück Freiheit. Darüber freut sich die Sekretärin aber wahrscheinlich noch mehr als ich, denn immer, wenn ich das Schulgelände nicht mit meinem Schulshuttle verlassen wollte, musste ich mir das mit der Unterschrift meiner Eltern und der Sekretärin genehmigen lassen. Ich war da eigentlich schon Dauergast. Die machen sich damit aber auch immer mehr Stress als nötig. Letztens haben die mich fast nicht gehen lassen, weil im Permiso stand, dass ich mit Compañeras unterwegs bin, was Jungs aussschließt. Der Plan war aber mit einigen Leuten zu einem Jungen nach Hause zu gehen. Nachdem meine Gastmutter dann angerufen worden ist, haben sie mich dann doch gehen lassen, aber erst, nachdem ich versprochen habe auch wirklich vorsichtig bei denen zu sein.
Die Logik hinter dem Permiso habe ich aber noch nicht zu 100% verstanden, denn wenn mir der Permiso nicht genehmigt wird komme ich überhaupt nicht nach Hause, weil der Bus nicht so lange wartet. Jetzt hat sich diese ganze Problematik aber erledigt, da ich immer gehen kann wohin ich möchte, da ich angefangen habe Sport im Fitnessstudio zu machen und somit eher selten mit meinem Buseta nach der Schule nach Hause fahre.
Mit der anderen Deutschen an meiner Schule verstehe ich mich mitlerweile absolut super. Anfangs war ich nicht besonders glücklich darüber nicht die einzige Deutsche zu sein und ihr ging es genauso. Jetzt sind wir froh einander zu haben, weil einfach immer jemanden zum Reden hat der einen versteht, egal ob es irgendwelche Probleme oder Ironie ist. Wie Mädels so sind geht das natürlich am besten auf dem Klo. Es ist schon eine Art Tradition geworden, dass wir uns während des Unterricht auf dem Klo treffen. Das einzige Problem dabei ist, wenn der Klassenraum zwischendurch von innen abgeschlossen wird und man sich blöd vorkommt nach 20 Minuten Abwesenheit anzuklopfen oder wenn der Händetrockner auf einmal anfängt zu brennen. Auch nach der Schule machen wir recht viel zusammen, weil wir gemeinsam ins Fitnessstudio gehen und auch sonst viel zusamen zu erledigen haben.
Ein sehr gute Freundin aus Deutschland und ich haben es in zwei Monaten auch wirklich schon zwei Mal geschafft uns hier in Costa Rica zu treffen. Das erste große Wiedersehen vor dem Theater hat wahrscheinlich jeder auf dem Platz mitbekommen, aber es war auch echt emotional. Es ist einfach ein sehr merkwürdiges Gefühl eine Klassenkameradin aus Deutschland am anderen Ende der Welt zu treffen. Ich konnte auch ungelogen den ganzen Tag nicht aufhören zu grinsen, weil das einfach eine etwas unbegreifliche Sache ist. Die Familie von ihr ist auch supernett und meinte gleich, dass ich sie doch mit meiner Schwester zu einem Spiel der Fußballnationalmannschaft gegen Südafrika begleiten soll.Gesagt getan und kaum zwei Wochen später saßen wir dann alle zusammen im Estadio Nacional. Costa Rica hat zwar verloren und der Niveau beider Mannschaften war jetzt auch nicht sonderlich anspruchsvoll, aber die Stimmung war super. Ich glaube selbst die 2 Südafrikafans die ich gesehen habe, waren nicht so gut drauf, wie die Ticos.

So das war erstmal das wichtigste aus der letzten Zeit.
Eure Leonie
Montag, 21. September 2015
Das (un)perfekte Paradies
Hey ho,

ich merke langsam, dass ich echt schreibfaul werde, obwohl es so unglaublich viel zu berichten gibt.
Allerdings habe ich auch immer weniger Zeit, weil es hier so viel zu tun gibt und es reißt einen jedes Mal wieder aus dem Spanisch und es wird einem so richtig bewusst, dass neben dem Leben hier auch noch ein anderes existiert.
Mitlerweile habe ich mich glaube ich richtig gut eingelebt und rege mich wie ein normales Familienmitglied auch mal über Kleinigkeiten auf, zum Beispiel weil das Eis alle ist, was wir erst gestern gekauft haben. Trotzdem vergesse ich die Worte meiner besten Freundin nicht, dass man immer denkt, sich noch besser eingelebt zu haben und das mit der Sprache ist auch noch deutlich ausbaufähig. Aber ist ja nur gut, wenn alles noch besser wird.
Allgemein verbringe ich viel Zeit mit der Familie. Eine bessere Familie hätte ich echt nicht bekommen können. Es gibt immer etwas zu bereden, zu lachen oder zum Augen verdrehen. Außerdem unternehmen wir eine Menge, was wie ich nach zahlreichen Unterhaltungen mit anderen Austauschschülern am letzten Wochenende nicht selbstverständlich ist.
Mitlerweile glaube ich auch, dass meine Costa Rica Karte am Ende des Jahres vollständig markiert sein wird und dass obwohl meine Familie nicht viel Geld hat und die Schule meiner Schwester schon fast unverschämt teuer ist.
Dafür dass sie und ich auf eine bilinguale Privatschule gehen, ist der Unterricht echt furchtbar. Es gibt ja wirklich viel am deutschen Schulsystem zu bemängeln, aber eigentlich ist das total unbegründet, wenn man das mit hier vergleicht.
Hausaufgaben mache ich auch selten bis nie und während Klassenarbeiten beobachte ich entweder meine Mitschüler die absolut keine Ahnung vom Thema haben oder lache mich innerlich kaputt, weil ich weiß, dass ich so oder so durchfallen werde.
Zur Schule gehe ich also eigentlich nur wegen den Leuten. Mitlerweile verstehe ich auch so gut wie immer den Kontext, aber kann mich in Gruppengesprächen meist nur bedingt einbringen.
Mit der anderen Deutschen hatte ich anfangs kaum etwas zu tun, aber mitlerweile verstehen wir uns echt gut. Vielleicht zu gut, weil das doch auf eine Menge Deutsch hinausläuft, auch wenn uns ständig jemand zuruft, dass man in Costa Rica nur Spanisch sprechen darf.
Ein bis zwei Mal in der Woche mache ich etwas mit Freunden. Meistens sind wir dann in der Stadt oder einer Mall unterwegs. Davon gibt es hier echt richtig viel verschiedenes, sodass ich bisher kaum öfters am selben Ort unterwegs war.
Deshalb wird meine Orientierung in all diesem direkt aneinander gereihten Städten auch langsam besser. Normalerweise kriege ich so etwas zwar recht schnell auf die Reihe, aber da es meiner Familie lieber ist mich überall hinzufahren bzw. abzuholen merke ich mir das alles aus Bequemlichkeit nicht gleich.
Letzte Woche Dienstag war der wichtigste Tag Costa Ricas. El día de la Independencia oder auf Deutsch der Unabhängikeitstag.
Am Abend davor ist es Tradition Umzüge mit Laternen zu veranstalten. Die Kinder laufen dann mit meist selbstgebastelten Laternen durch die Gegend, die immer irgendetwas mit Costa Rica oder der Flagge zu tun haben. Das ganze hört sich an wie das Laternelaufen in Deutschland, aber unterscheidet sich doch irgendwie etwas davon. Zum Beispiel fährt ganz vorne ein Auto mit einer riesigen Musikanlage, die Costa Ricanische Musik spielt, wo fast alle mitsingen können. Außerdem ist das ganze um einiges chaotischer, weil die Straßen nicht gesperrt werden. Überall sind Leute, Autos, Busse und Haustiere durcheinander.
Diese Tradition stammt übrigens daher, dass damals irgendwelche Offiziellen die Unabhängigkeit in ganz Mittelamerika von Guatemala bis Cartago in San Jose verbreitet haben. In Guatemala brennt seitdem das Unabhängigkeitsfeuer an dem jedes Jahr eine Fackel angezündet und von Schülern bis Cartago weitergegeben wird. Auch unsere Schule war daran beteiligt, was ich aber leider nicht gesehen habe, weil ich ja auf einem anderen Umzug war.
Am Unabhänigkeitstag indentifizieren sich so gut wie alle durch ihre Kleidung mit Costa Rica. Entweder durch Jeans, mit weißer Bluse und Halstuch, was die Tracht der Männer ist oder auch durch ein Fußballtrikot. Die Tracht der Frauen tragen eigentlich nur Kinder.
Eigentlich haben auch alle Leute frei, aber wir mussten zur Schule und hatten unsere eigenen Feierlichkeiten. Mehr oder weniger Freiwillig bin ich dabei in ein Theaterstück geraten, was traditionell aufgeführt wird und ansonsten gab es noch Tänze, jede Menge reden darüber wie schön Costa Rica doch ist und traditionelles Essen.
Wir beiden Deutschen haben uns dann mal wieder darüber gewundert wie lang die Nationalhymne doch ist, bis uns auffiel, dass die Deutsche das auch wäre, wenn die ersten beiden Strophen nicht verboten wären.
Das Leben hier ist auch sonst absolut Pura Vida, aber an diesem Tag habe ich noch einmal richtig gemerkt, wie schön das Leben ist, wenn man alles einfach ganz entspannt angeht und sich keine Anforderungen stellt.

Was es außerdem noch wichtiges zu berichten gibt, ist letztes Wochenende zum Vulkan Arenal mit CAS. Es war mein erster und vielleicht doch nicht letzter Ausflug mit der Organisation.
Eigentlich sollten die anderen Ausflüge nur für CAS und nicht für uns von YFU sein, aber anscheinend hat es geholfen des öfteren noch mal nachzuhaken. Aber diese Information ist nur ein kleiner Teil eines Runrum perfekten Wochenendes.
Wir sind am Samstagmorgen aufgebrochen und waren Samstag Abend wieder
in San Jose. Allein die Busfahrt, auf der wir sogar ein Faultier
gesehen haben, war die Reise schon wert. Es war eine wirklich besondere
Erfahrung bei einer Autofahrt mal keine große Anstrengung zum Augleichen
von Straßenunebenheiten aufbringen zu müssen.
Um meinen
Aufenthalt am Vulkan kurz zu fassen: Alle die vorhaben mal vorhaben dem
wunderschönen Land Costa Rica einen Besuch abzustatten, müssen unbedingt
auch zum Vulkan.
Wir hatten Glück, denn als wir beim Aussichtspunkt waren, nahmen uns keine Wolken die Sicht auf den Vulkan.
Im dunklen waren wir dann in Termalquellen baden, die nicht ganz so naturbelastet waren, wie wir angenommen hatten. Aber die Ticos haben es eindeutig besser drauf Wasserrutschen zu bauen als die Deutschen.
Am
Sonntag hatten wir dann die Auwahl zwischen Canopy und dem Wasserfall
'La Fortuna'. Da ich Canopy schon mal gemacht habe, fiel mir die
Entscheidung entsprechend leicht und bereue sie in keinster Weise.
Hier in Costa Rica wird mir noch einmal richtig
bewusst, was durch den
Menschen an Schönheit alles zerstört werden kann und wie dankbar wir
eigentlich sein müssten, auf so einem wunderschönen Planeten leben zu
können.
Außerdem wird mir bewusst, wie dankbar ich bin frei zu sein und so eine Erfahrung wie dieses Auslandsjahr machen zu können.
Mir und auch vielen Anderen wird etwas geboten, was für viele nicht möglich ist.
Es ist ein Geschenk, was wir alles versuchen so gut es geht zu nutzen.
Auch wenn es nicht immer einfach ist, ist dies alles jede Sekunde wert und ich weiß jetzt auch ganz genau, dass ich nicht die einzige bin, die
hier
durch Höhen und Tiefen geht.
Ich habe das Paradies in diesem Land gefunden. Es ist zwar nicht perfekt, aber hier sind Leute die es in vielen Momenten perfekt machen, wodurch man dies alles noch viel mehr zu schätzen weiß.
Pura Vida!
ich merke langsam, dass ich echt schreibfaul werde, obwohl es so unglaublich viel zu berichten gibt.
Allerdings habe ich auch immer weniger Zeit, weil es hier so viel zu tun gibt und es reißt einen jedes Mal wieder aus dem Spanisch und es wird einem so richtig bewusst, dass neben dem Leben hier auch noch ein anderes existiert.
Mitlerweile glaube ich auch, dass meine Costa Rica Karte am Ende des Jahres vollständig markiert sein wird und dass obwohl meine Familie nicht viel Geld hat und die Schule meiner Schwester schon fast unverschämt teuer ist.
Dafür dass sie und ich auf eine bilinguale Privatschule gehen, ist der Unterricht echt furchtbar. Es gibt ja wirklich viel am deutschen Schulsystem zu bemängeln, aber eigentlich ist das total unbegründet, wenn man das mit hier vergleicht.Hausaufgaben mache ich auch selten bis nie und während Klassenarbeiten beobachte ich entweder meine Mitschüler die absolut keine Ahnung vom Thema haben oder lache mich innerlich kaputt, weil ich weiß, dass ich so oder so durchfallen werde.
Zur Schule gehe ich also eigentlich nur wegen den Leuten. Mitlerweile verstehe ich auch so gut wie immer den Kontext, aber kann mich in Gruppengesprächen meist nur bedingt einbringen.
Mit der anderen Deutschen hatte ich anfangs kaum etwas zu tun, aber mitlerweile verstehen wir uns echt gut. Vielleicht zu gut, weil das doch auf eine Menge Deutsch hinausläuft, auch wenn uns ständig jemand zuruft, dass man in Costa Rica nur Spanisch sprechen darf.
Ein bis zwei Mal in der Woche mache ich etwas mit Freunden. Meistens sind wir dann in der Stadt oder einer Mall unterwegs. Davon gibt es hier echt richtig viel verschiedenes, sodass ich bisher kaum öfters am selben Ort unterwegs war.Deshalb wird meine Orientierung in all diesem direkt aneinander gereihten Städten auch langsam besser. Normalerweise kriege ich so etwas zwar recht schnell auf die Reihe, aber da es meiner Familie lieber ist mich überall hinzufahren bzw. abzuholen merke ich mir das alles aus Bequemlichkeit nicht gleich.
Am Unabhänigkeitstag indentifizieren sich so gut wie alle durch ihre Kleidung mit Costa Rica. Entweder durch Jeans, mit weißer Bluse und Halstuch, was die Tracht der Männer ist oder auch durch ein Fußballtrikot. Die Tracht der Frauen tragen eigentlich nur Kinder.Wir beiden Deutschen haben uns dann mal wieder darüber gewundert wie lang die Nationalhymne doch ist, bis uns auffiel, dass die Deutsche das auch wäre, wenn die ersten beiden Strophen nicht verboten wären.
Das Leben hier ist auch sonst absolut Pura Vida, aber an diesem Tag habe ich noch einmal richtig gemerkt, wie schön das Leben ist, wenn man alles einfach ganz entspannt angeht und sich keine Anforderungen stellt.
Was es außerdem noch wichtiges zu berichten gibt, ist letztes Wochenende zum Vulkan Arenal mit CAS. Es war mein erster und vielleicht doch nicht letzter Ausflug mit der Organisation.
Eigentlich sollten die anderen Ausflüge nur für CAS und nicht für uns von YFU sein, aber anscheinend hat es geholfen des öfteren noch mal nachzuhaken. Aber diese Information ist nur ein kleiner Teil eines Runrum perfekten Wochenendes.
Wir hatten Glück, denn als wir beim Aussichtspunkt waren, nahmen uns keine Wolken die Sicht auf den Vulkan.
Im dunklen waren wir dann in Termalquellen baden, die nicht ganz so naturbelastet waren, wie wir angenommen hatten. Aber die Ticos haben es eindeutig besser drauf Wasserrutschen zu bauen als die Deutschen.
Hier in Costa Rica wird mir noch einmal richtig
Außerdem wird mir bewusst, wie dankbar ich bin frei zu sein und so eine Erfahrung wie dieses Auslandsjahr machen zu können.
Mir und auch vielen Anderen wird etwas geboten, was für viele nicht möglich ist.
Es ist ein Geschenk, was wir alles versuchen so gut es geht zu nutzen.
Auch wenn es nicht immer einfach ist, ist dies alles jede Sekunde wert und ich weiß jetzt auch ganz genau, dass ich nicht die einzige bin, die
Ich habe das Paradies in diesem Land gefunden. Es ist zwar nicht perfekt, aber hier sind Leute die es in vielen Momenten perfekt machen, wodurch man dies alles noch viel mehr zu schätzen weiß.
Pura Vida!
Dienstag, 8. September 2015
Deutschland in Costa Rica
In meinen drei Wochen, die ich jetzt hier bin, habe ich nicht nur schon eine Menge über die Lebenseinstellung der Menschen in Costa Rica gelernt, sondern auch, wie Deutschland gesehen und über die Menschen gedacht wird. Dies zu hören ist mindestens genauso interessant. Außerdem lerne ich auch vieles in Deutschland immer mehr zu schätzen.
Ich habe mich immer gefragt, wer auf die Idee kommen kann, ein Auslandsjahr in Deutschland zu machen. Dabei hatte ich hauptsächlich an die Natur, das Wetter und die Sprache gedacht, was wohl alles drei nicht gerade für einen Auslandsaufenthalt in Deutschland spricht.
Aber hier werden mir viele Gründe gezeigt, die für ein Auslandsjahr in Deutschland sprechen.
In Costa Rica gibt es außer der Natur und Kaffee nicht wirklich etwas. Dieses Land hat im Gegensatz zu meinem Heimatland keine Geschichte, keine besonderen Vorkommnisse und außer dem groß gefeierten Nationalfeiertag wenig Traditionen. Das Leben war hier eben schon immer gemütlich.
Deutschland wird sehr bewundert für seine Fleißigkeit und Stärke in vielen Bereichen.
Außerdem werden die Deutschen als eine Art Einheit angesehen, die es nach dem Wiederaufbau zu einer großen Wirtschafts- und Fußballnation gebracht hat.
Wenn ich erzähle, dass eine Art richtigen Nationalstolz in Deutschland nicht gibt und viele Leute woanders hin wollen, stoße ich auf Unverständnis.
Wenn ich erzähle, dass die Deutschen immer mehr und immer bessere Dinge haben wollen, stoße ich auf Unglauben.
Die Leute hier sehen Deutschland als Vorbild, obwohl sie es nicht genauso machen wollen, da das viel zu anstrengend wäre.
Viele wollen unbedingt mal nach Deutschland oder waren schon mal da und sind sehr beeindruckt zurückgekehrt.
Allerdings ist es auch nicht so, dass jemand gerne in Deutschland leben würde. Dafür lieben die Menschen hier Costa Rica viel zu sehr. Sie bewundern Deutschland lieber von der anderen Seite der Welt aus und schimpfen über die Politik, die hier nichts auf die Beine stellt.
Eine andere Sache ist, dass ich hier weniger ein Individuum bin, sondern mehr 'La Alemana'. Davor wurde ich zwar gewarnt, aber es hat mich trotzdem überrascht, dass das so ausgeprägt ist.
Man muss aufpassen was man sagt und tut, denn wenn es etwas falsches ist, dann versaut man zusätzlich zum eigenen Ruf auch noch den Ruf den die Deutschen hier haben.
Aber der Druck wird von Tag zu Tag weniger, besonders wenn man merkt, dass man hier als Person willkommen ist und auch mehr oder weniger richtige Gespräche führen oder zumindest mitverfolgen kann.
Im Gegensatz zu den Deutschen wird man hier sofort in sein Herz geschlossen und meine Familie fragt sich jetzt schon, wie sie den Abschied überstehen sollen, auch wenn ich noch fast ein ganzes Jahr hier bin und sie mich aufgrund meiner Sprachkenntnisse noch gar nicht ganz kennenlernen konnten.
Ich habe mich immer gefragt, wer auf die Idee kommen kann, ein Auslandsjahr in Deutschland zu machen. Dabei hatte ich hauptsächlich an die Natur, das Wetter und die Sprache gedacht, was wohl alles drei nicht gerade für einen Auslandsaufenthalt in Deutschland spricht.
Aber hier werden mir viele Gründe gezeigt, die für ein Auslandsjahr in Deutschland sprechen.
In Costa Rica gibt es außer der Natur und Kaffee nicht wirklich etwas. Dieses Land hat im Gegensatz zu meinem Heimatland keine Geschichte, keine besonderen Vorkommnisse und außer dem groß gefeierten Nationalfeiertag wenig Traditionen. Das Leben war hier eben schon immer gemütlich.
Deutschland wird sehr bewundert für seine Fleißigkeit und Stärke in vielen Bereichen.
Außerdem werden die Deutschen als eine Art Einheit angesehen, die es nach dem Wiederaufbau zu einer großen Wirtschafts- und Fußballnation gebracht hat.
Wenn ich erzähle, dass eine Art richtigen Nationalstolz in Deutschland nicht gibt und viele Leute woanders hin wollen, stoße ich auf Unverständnis.
Wenn ich erzähle, dass die Deutschen immer mehr und immer bessere Dinge haben wollen, stoße ich auf Unglauben.
Die Leute hier sehen Deutschland als Vorbild, obwohl sie es nicht genauso machen wollen, da das viel zu anstrengend wäre.
Viele wollen unbedingt mal nach Deutschland oder waren schon mal da und sind sehr beeindruckt zurückgekehrt.
Allerdings ist es auch nicht so, dass jemand gerne in Deutschland leben würde. Dafür lieben die Menschen hier Costa Rica viel zu sehr. Sie bewundern Deutschland lieber von der anderen Seite der Welt aus und schimpfen über die Politik, die hier nichts auf die Beine stellt.
Eine andere Sache ist, dass ich hier weniger ein Individuum bin, sondern mehr 'La Alemana'. Davor wurde ich zwar gewarnt, aber es hat mich trotzdem überrascht, dass das so ausgeprägt ist.
Man muss aufpassen was man sagt und tut, denn wenn es etwas falsches ist, dann versaut man zusätzlich zum eigenen Ruf auch noch den Ruf den die Deutschen hier haben.
Aber der Druck wird von Tag zu Tag weniger, besonders wenn man merkt, dass man hier als Person willkommen ist und auch mehr oder weniger richtige Gespräche führen oder zumindest mitverfolgen kann.
Im Gegensatz zu den Deutschen wird man hier sofort in sein Herz geschlossen und meine Familie fragt sich jetzt schon, wie sie den Abschied überstehen sollen, auch wenn ich noch fast ein ganzes Jahr hier bin und sie mich aufgrund meiner Sprachkenntnisse noch gar nicht ganz kennenlernen konnten.
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