Donnerstag, 6. August 2015

Meine Gastfamilie und die letzten Tage in Deutschland

So, eine Woche vor meinem Abflug melde ich mich hier auch mal wieder zu Wort.

Die letzten Wochen waren zwar sehr stressig, aber trotzdem mit die schönsten in meinem Leben. Das liegt wahrscheinlich daran, dass man Dinge jetzt tun muss, weil es später nicht mehr möglich ist. Selten habe ich so viel unternommen.
Gleichzeitig gab es aber auch unglaublich viel nervigen Papierkram für das Auslandsjahr und die Abwesenheit in Deutschland zu erledigen. Ich war im Konsulat für mein Visum, habe ein Konto eröffnet, Dollar bestellt, alles mögliche eingekauft, war so oft beim Arzt wie noch nie zuvor und viele andere private Dinge gab es auch noch zu tun.
Außerdem musste ich mein Zimmer ausräumen, weil meine Familie während meiner Abwesenheit einen Austauschschüler aus Mexico aufnimmt, der dann in meinem Zimmer wohnen wird.
Es ist schon ein echt komisches Gefühl zu wissen, dass man für eine lange Zeit nicht mehr in seinem Zimmer leben wird und dass dort dann eine fremde Person drin wohnt, die man niemals kennenlernen und trotzdem zur Familie gehören wird.

Jetzt muss ich -nur noch- packen und mich von meiner Familie und meinen Freunden verabschieden. Das wird eindeutig das schwierigste, vor allem weil ich mir einfach nicht vorstellen kann für ein Jahr einfach weg zu sein, obwohl es durch meine Gastfamilie ein bisschen mehr Realität geworden ist.

Meine Gastfamilie habe ich am Tag der Zeugnisausgabe bekommen und überhaupt nicht damit gerechnet.
Jeden Tag hatte ich in meine E-Mails geguckt, aber nie waren Informationen über meine Gastfamilie dabei. Von YFU hieß es, es wäre normal die Gastfamilien erst relativ spät zu bekommen, besonders in Latein Amerika, weil die dort eher spontan veranlagt sind. Trotzdem macht man sich so seine Gedanken, wenn der Abflug näher rückt und man noch nicht weiß wo genau man überhaupt hin kommt.
An diesem Tag des Beginns der Sommerferien hatte ich überhaupt nicht an etwas wie meine Gastfamilie gedacht, weil sich gerade unsere Klasse nach sechs Jahren aufgelöst hatte und viele außedem unseren Jahrgang verlassen. Meine Mutter kam in mein Zimmer und sagte ich solle mir mal meine E-Mails angucken, da könnte etwas interessantes dabei sein. Ich brauchte einen Moment um zu begreifen, was sie mir da gerade sagen wollte und habe so schnell es ging nachgeguckt wo und wie ich im nächsten Jahr wohnen werde.
Meine Familie, bestehend aus meinen Gasteltern und meiner gleichaltrigen Schwester, wohnt in Desamparados in der Nähe der Hauptstadt San José. Außerdem haben sie einen kleinen Hund und eine Katze. Ich werde mir mit meiner Schwester ein Zimmer teilen.
Natürlich habe ich gleich Kontakt zu meiner Familie aufgenommen und meine Gastschwester und ich schreiben viel miteinander.
Allerdings habe ich feststellen müssen, dass mehrer Jahre Schulspanisch einen recht schlecht auf normale Konversationen vorbereiten. Ich kann zwar fast alles verstehen, was mir geschrieben wird, aber mit dem selber formulieren ist das schon nicht mehr ganz so einfach.

Jetzt genieße ich meine letzten Tage in Hamburg, wo tatsächlich auch mal die Sonne scheinen kann.
Es wird mir schwer fallen mein Leben hinter mir zu lassen, aber wahrscheinlich wird das Auslandsjahr es wert sein. In einer Woche wird mir die Möglichkeit gegeben eine fremde Kultur kennen zu lernen und für ein Jahr ein Teil von ihr zu werden.
Ich kann mir zwar nicht wirklich vorstellen wie das sein wird, trotzdem freue ich mich einfach darauf eine solche Erfahrung machen zu dürfen.
An alle Austauschschüler für die es auch bald los geht oder die schon weg sind: Ich wünsche euch allen ein einzigartiges Jahr mit vielen erinnerungswürdigen Momenten.
Eure Leonie


Dienstag, 28. April 2015

Wir fahren nach Abya-Yala

Hola Muchachos :)


Jetzt, wo ich mich von Samstag bis heute schon einigermaßen dran gewöhnt habe wieder zuhause
und nicht mehr auf der Vorbereitungstagung in Mühlhausen zu sein, kann ich endlich einen Blogeintrag machen, ohne allzu melancholisch zu werden.
Und nein ich übertreibe nicht. Es war eine der besten Wochen überhaupt.
Tolle Leute. Tolle Teamer. Tolle Inhalte. Tolle Unterkunft. Tolles Essen. Tolles Wetter.
Es ist nur eine Befürchtung eingetreten: Zu wenig Zeit. Wir hatten alle die ganze Zeit so viel zu tun, sodass nebensächliche Dinge wie Schlaf deutlich zu kurz kamen. Schlimmer noch war aber, dass wir kaum Zeit hatten, mal zu Ruhe zu kommen und das Erlebte zu verarbeiten. Davon gab es nämlich reichlich viel in dieser Woche. Aber alles der Reihe nach..
Meine Vorbereitungstagung begann eigentlich schon letzen Sonntag um 7:00h mit dem Austehen. Das war eindeutig zu früh, aber was soll man machen.
Meine Reise in die wunderschöne Weltstadt Mühlhausen begann ganz ohne Komplikationen, bis wir irgendwann zu dritt (ich habe mich unterwegs mit zwei anderen Austauschschülern getroffen, die ich bisher nur über WhatsApp kannte) am Bahnhof von Eichenberg standen und dann in den nächsten und einzigen Zug gestiegen sind, den es dort so gab. Der Zug fuhr auch vom richtigen Gleis und auf die Minute genau. Allerdings nach Kassel und da wollten wir garnicht hin. Letztendlich sind wir mit 1 1/2 Stunden Verspätung zu acht in Mühlhausen eingetroffen. Dies lag aber eher an der deutschen Bahn, als an uns (ohne uns jetzt aus der Verantwortung ziehen und unsere öffentlichen Verkehrsmittel schlechtreden zu wollen)
Im AntoniQ finden jede Menge Vbt von YFU statt und ich kann mir keinen besseren Ort dafür vorstellen.
Über die Inhalte darf und werde ich nichts konkretes sagen, weil ich finde, dass jeder diese besondere Erfahrung selber machen sollte. Außerdem lässt sich das auch nur schwer beschreiben. Ich kann nur versichern, dass man nicht nur fürs Auslandsjahr, sondern fürs Leben lernt.
Estamos la familia sapo! Ob beim Energizer mit knapp 50 Leuten zum Affen machen, auf dem Brunnen sitzen, die Stadt unsicher machen, vor dem Frühstück joggen gehen (was ich normalerweise nie im Leben tun würde), Briefe schreiben oder tanzen ... Die ganze Zeit war dieses Gefühl da, dass wir alle zusammen gehören.
Wir haben alle das gleiche Ziel und die gleichen Ängste, egal ob es nach Uruguay, Ecuador, Mexico, Brasilien oder Costa Rica geht.
Bei der Rückfahrt gab es einige Probleme mit der Zugverbindung, weshalb ich letztendlich 2 1/2 Stunden am Göttinger Bahnhof stand. Das war aber gar nicht so schlimm, weil ich ständig wieder welche von der Vbt getroffen habe, die in Göttingen umgestiegen oder durchgefahren sind.
Wahrscheinlich kennen uns nun alle Pasagiere, die sich an dem Tag dort aufgehalten haben.
Aber das ist total egal, denn zumindest ich und bestimmt alle anderen auch werden diese geniale Woche und den krönenden Abluss dieser Vorbereitungstagung niemals vergessen.
Auch wenn das Auslandsjahr eine noch viel größere Sache werden wird, bleibt mir diese Woche bestimmt für immer gut in Erinnerung. Und wenn nicht, gibt es noch jede Menge wunderbarer Aufzeichnungen, die mich an das alles Erinnern werden.
Man munkelt, dass wir die beste Gruppe sind und uns eines Tages alle wiedersehen werden.
So that the lights would never go out again.



Besos Leonie


Dienstag, 24. Februar 2015

Einladung zur Vorbereitungstagung

Wie momentan fast jeden Tag habe ich auch heute direkt nach der Schule in den Briefkasten geguckt und siehe da der langersehnte Brief war endlich dabei. Meine Einladung zur Vorbereitungstagung von YFU. Ich war total überrascht, weil ich auch dieses Mal überhaupt nicht damit gerechnet habe, aber hab mich umso mehr gefreut. Sie findet vom 19.4.-25.4. in Thüringen statt. Hihi, das bedeutet eine Woche Schulfrei^^ Am liebsten würde ich jetzt schon sofort losfahren, weil man einfach so viel gutes von diesen Fahrten hört. Naja, sooo lange dauert das ja auch nicht mehr... Nur leider weiß ich noch von niemandem, der auch an dieser Tagung teilnimmt. Also falls das hier jemand liest der auch mitfährt kann micht gerne anschreiben :)
So das wars auch schon. Ich wollte es nur sofort berichtet haben, weil ich einfach nicht für mich behalten konnte :D

Muchos Saludos
Leonie


Dienstag, 27. Januar 2015

adios amiga

Heute am 27.01.2015 ist die Befreiung vom Konzentrationslager Auschwitz nicht nur 70 Jahre her, sondern heute ist auch der erste Tag von insgesamt 1 1/2 Jahren ohne meine beste Freundin.
Sie ist nämlich einfach mal für ein Jahr nach Neuseeland abgehauen.
Wie schnell sich einfach mal das Leben für die Personen auch radikal verändert, die gar nicht ins Ausland gehen. Es ist ein merkwürdiges Gefühl zu wissen, dass man die Nächste ist, die diesen Schritt macht und vielleicht auch so ein Loch im Leben Anderer hinterlässt.
Aber wenn ich gehe, wirst du meine liebe Prefiera nicht mit am Flughafen sein. Ich werde auch nicht in Deutschland auf dich warten, sondern idealerweise eher anders herum.
Dieses Gefühl mit einigen Anderen am Flughafen zu stehen, den vielen Austauschschülern in ihren kanariengelben T-Shirts hinterherzugucken und der plötzliche Drang noch etwas richtig peinliches zum Abschied zu machen, damit man bloß nicht in Vergessenheit gerät, ist nicht leicht in Worte zu fassen. Es ist alles, also irgendwie der ganze Tag, so surreal gewesen. Trotzdem konnten wir es uns nicht nehmen lassen, zum Abschied noch mit weißen Taschentüchern zu wedeln und zu rufen, was sie leider nicht gehört hat. Dafür aber jedes andere Elternpaar :D
Ich wäre am liebsten auch einfach in ein Flugzeug gestiegen, um mein Auslandsjahr schon etwas früher anzutreten. Mir ist am Flughafen noch einmal so richtig klar geworden, wie lange es noch dauert, bis es auch bei mir endlich so weit ist.  
In den ganzen letzten Wochen und Monaten habe ich zusammen mit einer Freundin an einem Abschiedsbuch gearbeitet, dass perfekt werden sollte. Wir stellten fest, dass nichts perfekt ist, sind aber trotzdem stolz auf unser Werk. Das Erste, was ich von Sonia nach ihrem ersten Flug gehört habe ist, dass sie sich absolut darüber freut, also war es wohl doch den ganze Aufwand wert.
Den ganzen Samstag haben wir dem Buch etwas äußere Ästethtik verliehen. Ich hasse basteln! Auf dem Weg zum Flughafen gabs dann noch den letzten Feinschliff, sowie ein paar spontane chrääative Seiten (keine Sorge, ich weiß wie man das Wort eigentlich richtig schreibt :D) Vier Mädchen sollte man eindeutig nicht in Hamburg mit einem nicht ganz vollgeschriebenem Buch alleine lassen ..

Alles in allem war es ein sehr emotionaler Tag, der trotz allem wirklich schön war. Wenn ich etwas dramatischer wäre, würde ich jetzt sagen,  dass dies ein Tag war, der einem zeigt wieso man lebt und wie viele verschiedene Seiten dieses Leben hat. Im einen Moment laut und fröhlich, im anderen Moment still und melacholisch. Es hat alles seine Vor- und Nachteile.

Leonie


Samstag, 24. Januar 2015

Austauschülertreffen

Hey ho :)
In meinem ersten Post habe ich ja eigentlich nur über meine Bewerbung und die Organisation berichtet. Aber natürlich gehört zu der Zeit vor dem Auslandsjahr noch viel mehr, als nur der ganze Organisationskram.
Ich habe viel Kontakt zu anderen Austauschschülern, die ich meistens nur über Facebook oder WhatsApp kenne, was aber gar kein problem ist. Es ist einfach schön zu wissen, dass es noch mehr Leute gibt, die diesen Traum in einem fremden Land zu leben erwartungvoll entgegenfiebern und sich mit den selben Gedanken, Ängsten und Fragen befassen, die mir auch durch den Kopf gehen.
Um dem Vorurteil vieler Erwachsener, dass wir Jugendliche heutzutage nur noch vor dem Smartphone sitzen und nichts mehr wirklich miteinander unternehmen, gleich entgegen zu wirken, kann ich sagen: Viele dieser Gruppen existieren nur, damit wir Austauschschüler zusammen Treffen organisieren können!
Zum Glück gibt es so etwas auch in Hamburg. Ich war erst auf zweien, da ich am Anfang noch nichts von solchen Treffen wusste, aber freue mich schon riesig auf das nächste.
Beim ersten Mal haben wir uns einfach in der Stadt getroffen und sind irgendwo etwas essen gegangen, was mit so einer großen Gruppe, besonders am Samstag vor Weihnachten (ich weiß der Zeitpunkt ist sehr unglücklich gewählt :D), wirklich schwierig ist. Am Anfang war es richtig seltsam dort mit so vielen Leuten zu stehen, die sich alle überhaupt nicht kennen, aber das hat sich schnell gelegt. Alle waren gut drauf und wir haben nicht nur über auslandsjahrbezogene Themen geredet, wie es wohl sonst eher überlich ist, sondern über Gott und die Welt. Die Zeit verging viel zu schnell, so wie es immer ist, wenn man einen schönen Tag hat.
Beim zweiten Treffen war das mit der Organisation irgendwie nicht ganz so leicht. Letztendlich waren wir zu dritt Schlittschuhlaufen, was aber trotzdem super war. Danach sind wir zurück in die Stadt zu fahren, um uns mit den Anderen zu treffen, mit denen wir noch Essen gegangen sind. Ich habe sowohl bekannte Gesichter wieder getroffen, als auch einige Neue, was die perfekte Mischung war. Auch dieser Tag war einer, den ich nicht so schnell vergessen werde.
Es ist erstaunlich, wie viele Leute man kennen lernt, bevor man überhaupt in sein Gastland aufbricht.
Außerdem versteht man sich schon fast zwangsläufig gut. Das hört sich bescheuert an, aber ist wirklich so. Vielleicht liegt es einfach daran, dass wir, eine Gruppe Austauschschüler, uns als Gemeinschaft ansehen, mit den selben Zielen.
Also, falls irgendjemand von den Hamburger-Austauschschüler-Treffen-Leuten das hier liest: Ich freu mich echt schon auf das nächste Treffen, dass ja auch bald schon ansteht.


Muchos besos
Leonie

Dienstag, 20. Januar 2015

was bisher geschah ... (Bewerbung, usw.)

Hola :)

Also... ich bin, wie ihr wahrscheinlich schon gemerkt habt, Leonie und werde mein Auslandsjahr in Costa Rica verbringen.
Bis es endlich so weit ist, dauert es leider noch ein halbes Jahr, aber ich habe mich trotzdem dazu entschieden jetzt schon mit meinem Blog zu beginnnen.
Zum einen, weil es das Warten ein bisschen erträglicher macht und zum anderen, weil zum Auslandsjahr mehr als nur das 'in einem fremden Land leben' gehört.
Schon seit einem halben Jahr setze ich mich ständig und intensiv mit dem Thema auseinander, weil es so unglaublich viel vorzubereiten gibt oder man neue Leute kennen lernt, die auch ins Ausland gehen.
Angefangen mich ansatzweise mit dem Thema Auslandsjahr zu beschäftigen, habe ich beim Kinderturnen, als eine Betreuerin plötzlich für ein Jahr nach Lettland verschwand. Schon da hab ich mir gedacht, dass ich später so etwas auch mal machen möchte.Natürlich war das damals noch keine ernsthafte Überlegung, aber trotzdem ist mir dieser Entschluss all die Jahre über nicht dem aus dem Kopf gegangen. Als nun einige meiner Freunde in den unterschiedlichsten Ländern waren und von ganz verschiedenen Erlebnissen und Erfahrungen erzählen, die alles auf ihre Art besonders sind, stand für mich fest, dass auch ich nach der zehnten so etwas machen möchte.
Die Frage war nur wohin und mit welcher Organisation ...
Meine beste Freundin und ich waren dann vor so ziemlich genau einem Jahr auf einer Auslandsmesse in Hamburg, wo wirklich alles angeboten wurde. Übringens ist es wirklich zu empfehlen zu so einer Messe zu gehen, weil so gut wie nur Ehemalige (also Austauschüler, die ihr Auslandsjahr schon hinter sich haben)an den Ständen sind und einem viele gute Tipps über die einzelnen Länder geben können.
Damals war ich noch der festen Überzeugung, dass ich nach Neuseeland möchte und meine beste Freundin hatte nur Interesse an den USA.
Nun bricht sie in einer Woche nach Neuseeland auf und ich habe mich auch für ein komplett anderes Land entschieden.
Diese Entscheidung kam schleichend, aber dafür bin ich mir nun umso sicherer, dass es die Richtige ist.
Mir ist aufgefallen, dass mir Spanisch viel besser gefällt als Englisch. Außerdem finde ich den Latein Amerikanischen Lebensstil einfach toll. Meiner Meinung nach ist Costa Rica mit das schönste Land der Welt, wegen seiner Natur, der Artenvielfalt und der besonderen Menschen. Somit stand fest, wo ich ein Jahr meines Lebens verbringen möchte.
Mein Vater war überhaupt nicht begeistert, als ich ihm von meinem Entschluss erzählt habe. Nach langem Überreden hat er aber doch für bestimme Latein Amerikanische Länder seine Erlaubnis erteilt.
Im August habe ich mich dann bei YFU und Experiment e.V. für Costa Rica, Argentinien und Chile beworben. Allein schon die Bewerbung ist ein riesiger Akt, aber auf jeden Fall der Sache wert.
Kurze Zeit später wurde ich dann auch schon von beiden Organisationen zum einem Vorstellungsgespräch eingeladen.
Ich bin allerdings nur zu dem von YFU gegangen, weil ich an dem Anderen eigentlich keine Zeit hatte und schon von YFU genommen wurde.
Vor dem Vorstellungsgespräch war ich extrem nervös. Im Nachhinein versteh ich aber gar nicht mehr so richtig wieso. Es hat richtig Spaß gemacht. Zuerst haben wir zu fünft über bestimmte Situationen diskutiert, die uns einige Ehemalige gegeben haben. In allen diesen Situationen steckte schon mal ein Austauschschüler und wir sollten uns in die Lage unterschiedlicher beteiligter Personen versetzten und für sie handeln. Danach haben ein Ehemaliger und ich uns allein über mich und meine Motivation unterhalten. Während der kompletten Zeit, die ich dort war, herrschte eine sehr angenehme Atmosphäre und ich war sogar enttäuscht, als es schon zuende war. Leider habe ich von den anderen vier Mädchen bis jetzt nichts mehr gehört und weiß auch nicht ob sie angenommen wurden.
Zwei Tage später bekam ich auch schon Post von YFU und war erst mal total geschockt, weil es hieß, dass es circa zwei Wochen dauert, bis sie sich wieder melden.
Als ich dann wenige Augenblicke später meinen Vertrag in den Händen hielt, in dem stand, dass ich einen Platz für meine Erstwahl Costa Rica bekommen habe, war ich einfach nur glücklich.
Allerdings kam nach dem Vertragsschluss noch ein großer Haufen Arbeit auf mich zu. Das Wort Plazierungsunterlagen hört sich doch eigentlich ganz harmlos an... Nach etlichen auf englisch ausgefüllten Seiten und mehr Arztbesuchen, als ich in den letzten drei Jahren zusammen hatte sind die Plazierungsunterlagen fertig und wahrscheinlich schon auf dem Weg nach Costa Rica, wo dann die Suche nach einer passenden Gastfamilie für mich beginnt.
Momentan warte ich sehnsüchtig auf meine Einladung für die einwöchige Vorbereitungstagung, die jeder Austauschschüler von YFU machen muss.

So... Ich hoffe, dass ich euch jetzt nicht mit zu vielen Informationen überrollt habe, aber seit meiner Bewerbung bis jetzt ist einfach schon so viel passiert :D

Muchos saludos
Leonie